Baubeschreibung Schiffsmodelle
Schiffsminiaturen im Maßstab 1:250 nach Vorlagen von Kartonmodellbaubögen Grundlage für den Nachbau der kleinen Schiffe sind immer die Kartonmodellbaubögen diverser Hersteller als Vorlagen. Unter Verwendung von Polystyrol Platten und Stäben von Evergreen sowie von Fotoätzteilen, die als Ergänzungen zu den Kartonmodellen angeboten werden oder als Standard Ätzplatinen für Relings im entsprechenden Maßstab werden die Modelle ähnlich der Vorgehensweise im Kartonmodellbau gebaut. Der Aufbau des Rumpfes geschieht genauso wie beim Bau des Modells aus Karton. Der Schiffsboden, die Spanten und das Deck werden von einer Fotokopie des Papierbogens auf Polystyrol Platten übertragen. Für den Schiffboden verwende ich 2 mm starkes Material, für die Spanten 1 - 1,5 mm und für das Deck 1mm dicke Platten. Der Aufbau erfolgt analog der Vorgehensweise bei den Papiermodellen, jedoch ist beim Zuschnitt der Einzelteile die Materialstärke der verwendeten Plastikplatten gegenüber dem Papierbogen zu berücksichtigen. Nach dem Zuschnitt des Bodens wird dieser auf einer 10 mm starken beschichteten Spanplatte verschraubt, damit der Rumpf sich beim weiteren Bau nicht mehr verziehen kann. Um die Kontur des Bugs beim Nacharbeiten des Rumpfes durch Schleifen zu erhalten, wird in die Vorderkante des Längsspants eine kleine Nut geschnitten und in diese ein dünner Stahldraht geklebt. Auf dem Deck werden eine Mittellinie und genauestens vermessene Bezugspunkte markiert, von denen aus im weiteren Verlauf die Positionierung aller weiteren Bauteile mit Hilfe eines Meßschiebers oder eines Stechzirkels kontrolliert werden kann. Für die Aufbauten werden die Vorlagen des Kartonmodells sehr genau vermessen und auf die Plastiksheets übertragen. Die Aufbauten werden alle einzeln angefertigt und werden meist zusammen mit dem auf den Aufbauten liegenden liegenden Deck montiert. Für die Aufbauten werden auf die Decks kleine Fixierungen oder Fügestreifen aufgeklebt, an denen die Baugruppen für den Probeaufbau fixiert werden und die nach dem separaten Bemalen der Kleinteile als Klebeverbindungen dienen. In Kleinteile werden unten kleine Stifte eingesteckt. Sie finden dann ihren Platz in den Bohrungen der Decks. Schon beim Zuschnitt der Aufbaudecks ist sorgfältig darauf zu achten, dass die vorgesehenen Relingteile  genau passen. Abweichungen von mehr als 0,2 mm sind später nur schwer zu korrigieren. Die Reling kann zum Schluss, aber vor dem Bemalen des Modells mit Sekundenkleber stumpf aufgeklebt werden. Auf dem Hauptdeck wird sie wegen ihrer Länge von innen gegen einen 0,25 x 0,5 mm Sheetstreifen geklebt. In die aus Plastikröhrchen bestehenden Masten wird zur Stabilität Messing oder Aludraht eingeschoben, Rahen, Flaggenstöcke usw. werden, damit sie bei der Takelung nicht nachgeben, aus Stahl- oder Messingdraht gefertigt. Als Takelage und Antennendrähte nutze ich chirurgische Seide. Segel und Persennings bestehen aus Butterbrotpapier. Für die Segel wird es in der Breite des gefüllten Segels und etwa der Hälfte der Segelhöhe zugeschnitten, in verdünntem Weißleim getränkt und danach fein gefaltet. An der Rah wird es mit feinem Faden festgebunden und nach dem Trocknen mit stark verdünnter Ölfarbe gealtert. Die Persennings bestehen ebenfalls aus schmalen Streifen Butterbrotpapier, die in Weißleim getränkt von außen an die Reling geklebt werden. Flaggen können auf Butterbrotpapier gemalt oder gedruckt werden. In Weissleim getränkt lässt sich, solange das Papier noch feucht ist, eine flatternde Fahne darstellen. Boote, Kutter usw. entstehen in Schichtbauweise. Hatte ich mehr als drei gleiche Boote zu fertigen, wurde der Rumpf über eine selbst hergestellte Form aus 0,8 bis 1 mm Polystyrol tiefgezogen. Das Wasser auf den Grundplatten habe ich anfänglich aus Moltofill geformt. Inzwischen stelle ich es aus Silkon her. Eine Schablone von der Wasserlinie des Modells aus dickem Karton wird anstelle des Modells auf die Grundplatte geklebt. Die Grundplatte grün- blau bemalt, wobei entlang der Schiffskontur die Farbe  mit weiß aufgehellt wird. Auf diesen Untergrund wird farbloses Silkon aufgebracht, wobei der Schiffsboden ausgespart wird. Mit einem Teelöffel und kleinen Spachteln werden die Wellen eingedrückt bzw. geformt. Dabei werden die Bugwelle und die Verwirbelungen im Kielwasser besonders herausgearbeitet. Nach dem Trocknen werden Gischt und Wellenkämme mit glänzend weißer Farbe hervorgehoben. Zum Schutz der Modelle habe ich mir individuell passende Hauben aus 3 - 4 mm Acryl anfertigen lassen. "Wie im richtigen Leben!" Es hat mich besonders gereizt, meine Modelle nicht nur unter diesen Hauben oder in ihren Vitrinen betrachten zu können, sondern sie auch in ihrem natürlichen Element, auf dem Wasser, zumindest auf Fotos zu präsentieren. Das ist natürlich nur mit ein paar kleinen Tricks möglich. Die Werkzeuge dafür sind eine Digitalkamera und ein PC Bildbearbeitungsprogramm, in meinem Fall PhotoImpact. Für das Fotografieren der Modelle suche ich mir einen hellen Tag mit möglichst interessanten Wolkenbildern aus. In möglichst flachem Gelände werden die Modelle mit ihren Grundplatten zum fotografieren so ausgerichtet, dass der Horizont unterhalb des Hauptdecks liegt. Das Sonnenlicht sollte das Modell nicht direkt von vorn anstrahlen (weil das Modell dann "platt" wirkt) sondern seitlich aus verschiedenen Winkeln. Um eine große Tiefenschärfe zu erreichen, wird eine kleiner Blendenwert und eine lange Belichtungszeit gewählt. Dafür ist die Verwendung eines Stativs unerlässlich. Jetzt wird eine Serie von Bildern aus verschiedenen Blickwinkeln gemacht. Unter meinen Urlaubsfotos fand ich ein paar Bilder von vorbeifahrenden Schiffen und vom offenen Meer. Diese Bilder, als auch Bilder aus dem Internet mit entsprechend hoher Auflösung dienen als Hintergrund. Am PC werden die zu den Modellfotos bzgl. Perspektive und Licht passenden Bilder ausgewählt. Störende Teile auf dem Originalbild wie z.B. Masten, Schornsteine oder ein störender Horizont usw. werden wegretuschiert, soweit sie nicht durch das aufgelegte Modellfoto überlagert werden können. Die Modellfotos habe ich mit den brauchbaren Werkzeugen des Bildbearbeitungsprogramms (z.B.Lasso, Zauberstab und Radierer) bis zu der Höhe freigestellt, in der auf dem fertigen Foto später der Horizont liegen sollte. Das freigestellte Modell wird als ufo-Datei abgespeichert und über das Originalfoto vom Wasser gelegt. Jetzt können weitere Korrekturen am Bild vorgenommen werden. Dabei bildet das aus Silkon geformte aufgeschäumte Wasser der Grundplatten einen sanften Übergang zwischen dem Modellfoto und dem Originalhintergrund (der Wasserfläche). Hier und dort noch eine kleine Retusche , Farb- und Lichtkorrektur und fertig ist die "Fälschung". Manch einen meiner Freunde konnte ich durch meine Bilder verblüffen.
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